„Es geschafft zu haben hat weniger mit Ruhm und Geld zu tun, als damit, Leute zu berühren“ – Blackout Problems im Interview

18. November 2018 | L'UniCo Musikredaktion | Keine Kommentare | Allgemein

Mario Radetzky hat mit den Blackout Problems jetzt schon ein ereignisreiches Jahr hinter sich. Erst das Album-Release der neuen Platte „Kaos“ im Juni, einen kurzen Ausflug als Vorband nach Großbritannien, das Herausbringen der Split-EP mit Heisskalt und jetzt zum krönenden Abschluss die „Kaos“-Tour 2018. Genau bei einem dieser Termine in Köln im Gebäude 9 haben wir den Frontmann getroffen und uns mit ihm über das Tourleben, Bruce Springsteen und Leoparden-Mäntel unterhalten.

L’UniCo: Ihr seid gerade auf „Kaos“-Tour. „Kaos“ ist euer zweites Album nach „Holy“ und in Interviews habt ihr immer wieder betont, wie unterschiedlich die zwei Alben sind. Aber was haben sie denn gemeinsam?

Mario: Wir haben bei beiden Alben sehr persönlich geschrieben, nur lustigerweise aus zwei verschiedenen Blickwinkeln. Das ist uns jetzt im Nachhinein aufgefallen. Das neue Album ist sehr, sehr viel persönlicher als das alte, aber jetzt, wo wir in unserem Set eine Mischung aus alten und neuen Songs spielen, merken wir, dass auch die älteren Songs, die vielleicht auf den ersten Blick politisch aussehen, Wünsche aussprechen, die so tief in einem verwurzelt sind, dass sie doch sehr persönlich sind. Zum Beispiel, wie wir uns die Welt vorstellen oder die bestimmten Wertvorstellungen, die wir haben und in die Songs reinpacken. Das ist auch sehr persönlich. Von daher würde ich sagen, ist es eine Gemeinsamkeit, dass wir immer sehr authentisch und persönlich schreiben und das verbindet die beiden Alben. Wir haben uns so lange auf die „Kaos“-Tour gefreut und es macht total Spaß jetzt einen guten Mix zu machen aus allen Songs, die wir so haben. Auch, jedes Mal eine neue Setlist zu erstellen, jeden Tag andere Songs zu spielen und zu merken, dass wir jetzt mittlerweile in unserem Set mehrere Etappen durchkriegen können, ist total spannend. Es macht mega Spaß, zu sehen, wie die Leute auf die Songs reagieren.

Du hast schon die unterschiedlichen Setlists angesprochen. Ich habe euch dieses Jahr schon mehrfach live erlebt und ihr habt immer ein anderes Set gespielt. Wie wählt ihr die Songs aus, die ihr spielt?

Das kommt immer darauf an, wie wir uns fühlen. Wenn wir bei manchen Songs sagen, das macht uns gerade super viel Spaß, sie zu spielen, dann spielen wir die und dann packen wir immer wieder was Neues rein. Heute zum Beispiel haben wir einen Song drin, den sich ein Junge gewünscht hat, der dieses Jahr wahrscheinlich auf fast zehn Konzerten von uns war. Der kommt immer wieder und der hat immer wieder Bock, zu kommen. Er hat uns gestern alle vier unabhängig voneinander angesprochen und sich einen Song gewünscht und dann haben wir heute gesagt, hey, lass den Song ins Set reinpacken. Der passt super gut rein. So wählen wir auch mal einen Song aus, aber so generell versuchen wir immer das zu spielen, wonach wir uns gerade fühlen.

Und ich finde es super geil, dass du sagst, dass du uns schon öfter gesehen hast und wir jedes Mal was anderes gespielt haben. Das ist ein sehr gutes Zeichen. Ich hab in meinem Leben die Beatsteaks zum  Beispiel sehr oft gesehen, so bestimmt sechs, sieben Mal. Die haben auch jedes Mal ein anderes Set gespielt und ich fand es jedes Mal so unfassbar gut. Ich habe auch einmal innerhalb von drei Tagen Bruce Springsteen zwei Mal live gesehen. Der hat auch komplett unterschiedliche Sets gespielt, ich war so beeindruckt. Wir waren auch oft schon mit Bands unterwegs, die jeden Abend dasselbe Set gemacht haben, dieselben Ansagen gemacht haben, alles gleich gehalten haben. Wogegen eigentlich erstmal im Grunde genommen gar nichts spricht, weil eine gewisse Routine auch ganz gut tut und das lässt einen auch besser spielen. Aber ich selber langweile mich dann sehr schnell und dann werde ich ein bisschen unausstehlich, wenn ich merke oh Gott, ich fahre gerade so eine Show ab. Aber jeder, wie er sich fühlt.

Ich höre da eine kleine Bruce-Springsteen-Faszination heraus. Woher kommt die?

Ich habe Bruce Springsteen eigentlich im Unterbewussten schon relativ früh durch meine Eltern kennengelernt. Wir hatten immer so eine Best-Of-CD im Auto, die mit uns rumgefahren ist. Aber irgendwann habe ich das in meiner späteren Jugend für mich entdeckt und dann so einen riesigen Fundus an geiler Musik kennengelernt. Das Schöne ist, wenn ich mir seine Alben vom ersten bis zum letzten Album anhöre, dann verbindet die eine Sache. Und zwar hat er sich nie verkauft. Er ist nie so kommerziell geworden, dass er nur noch Musik macht, um Erfolg zu haben und das nehme ich mir als ganz großes Beispiel. Ich finde, er ist einer der großartigsten Musiker der Welt. Sein Geschichten erzählen geht so unter die Haut. Es gibt zum Beispiel einen Film, der heißt „Springsteen & I“, da reden Fans über seine Musik und da ist ein bärtiger alter Typ, der am Steuer von so einem alten amerikanischen Auto sitzt und gefragt wird, was für ihn die Faszination ist. Er sagt, wenn er die Lieder hört, dann riecht er den Kaffee, der bei dem Protagonisten in der Küche steht und er fängt an zu flennen. Und ich finde, wenn du das mit deiner Musik schaffst, dann hast du’s geschafft. Dieses „Geschafft haben“, das hat weniger mit Ruhm und Geld zu tun, als damit, Leute zu berühren.

„Kaos“ ist ein Konzeptalbum geworden, wenn auch nicht so offensichtlich wie „Holy“. Ergibt sich das einfach so oder steht da ein konkreter Plan dahinter?

Wir haben uns da ganz viele Gedanken gemacht. Was wir bei „Holy“ gemacht haben, war ja, dass wir so langsam reinführen und auch langsam wieder rausführen, dieselben Melodien am Anfang und am Ende haben. Bei „Kaos“ haben wir einfach gesagt, wir machen das Gegenteil. Wir ballern auf die 1 los und wir hören am Schluss auch sofort so abrupt auf, dass der aufmerksame Hörer sofort hört, ja, das ist immer noch dieselbe Band, die haben immer noch ein Konzept dabei, aber genau das Konzept ist es auch, sich weiterzuentwickeln und nicht dasselbe nochmal zu machen. Wir hätten auch ein schlechtes Gewissen dabei, dasselbe Album zwei Mal zu verkaufen. Das braucht kein Mensch. Wir wollten uns weiterentwickeln. Man findet auch immer wieder dieselben Wortfelder, dieselben Protagonisten und weiß, dass es unsere Welt ist, in der sich das alles abspielt.

Auf „Kaos“ kommen zwei Namen vor: Holly und Charles. Woher kommen die Namen?

Holly kommt von Holly Golightly. Das ist die Protagonistin in „Breakfast at Tiffany’s“ von Truman Capote. Lustigerweise ist das ja ein sehr krasser Frauenfilm, ohne jetzt irgendwelche Gender-Stereotypen raushängen zu lassen. Aber es ist schon ein sehr schöner Film und Audrey Hepburn macht das auch super geil, aber das Buch hat mich sehr fasziniert. Schon seit der Schule habe ich das so drei, vier Mal gelesen. Die Holly ist ja ein Mädchen, in das sich die männliche Hauptperson, ein junger Schriftsteller aus New York, verliebt und für mich war das der perfekte Frauenname. Ganz viele Musiker haben ja ihre typischen Namen, die sie immer wieder verwenden und für mich ist Holly so der perfekte Vorname.

Charles kommt vom Schriftsteller Charles Bukowski, der für mich, was seinen Style betrifft, sehr vorbildlich ist, weil er sehr unverblümt und sehr hart schreibt und die Realität gut wiederspiegeln kann. Deswegen finde ich ihn sehr spannend und habe viel von ihm gelesen in letzter Zeit oder vor allem eben in der Zeit, in der die Texte entstanden sind. Ich dachte mir, ich würde gerne einen kleinen Tribut an ihn zahlen.

Suchst du bewusst Inspiration in Büchern oder kommt das einfach natürlich?

Ja, ich lese sehr gerne. Ich würde jetzt nicht sagen, dass ich wahnsinnig belesen bin, aber Literatur ist eine riesige Faszination und ich bewundere das total, wenn Leute gute Bücher schreiben können. Ich suche eigentlich weniger, als dass ich zufällig etwas finde. Ich glaube, das ist es eher.

Euer Sound hat sich seit dem letzten Album verändert. Gab es da auch mal Uneinigkeiten in der Band?

Ja, die gab es auf jeden Fall. Es hat mal irgendjemand gesagt, Songwriting in einer Band sei so ein bisschen wie streiten, streiten, streiten und dann irgendwann einen Kompromiss finden. Bei uns ist es auch so, dass wir sehr viel zu viert machen und uns deswegen gut und gerne auch mal in Diskussionen verrennen. Eine Hauptdiskussion war bei uns am Anfang des Songwritings, dass ich gesagt habe, ich habe keinen Bock mehr auf 08/15, drei Akkorde und den normalen Punk-Rock-Sound. Ich finde, das haben wir jetzt schon gemacht. Wir müssen gucken, dass es weitergeht. Da bin ich zum Beispiel mit Mo [Moritz, Gitarrist, Anm.d.Red.] ein bisschen aneinander geraten, weil er neu in der Band war und er andere Vorstellungen hatte zu dem Zeitpunkt. Das hat ein bisschen gedauert. Aber irgendwann kamen wir dann an einen Punkt, wo wir einen gemeinsamen Nenner gefunden haben und dann wussten wir, was wir wollen. Das hat am Anfang des Songwritings echt ein bisschen gedauert, aber jetzt mittlerweile sind wir so völligst drin. Das Geile ist, dass wir anfangen, wieder neue Sachen zu schreiben und jetzt sind wir mehr auf einem Nenner. Jetzt wissen wir auch, wo wir hinwollen, weil wir bei „Kaos“ sehr viel experimentiert haben und uns auf ganz glattes Eis begeben haben.

Gibt es schon einen Plan für das nächste Album?

Es gibt die ersten Demos, aber noch keine konkreten Pläne, wann eine neue Platte kommen soll. Dafür ist es noch zu früh. Wir haben mit „Kaos“ eine sehr depressive Platte geschrieben und das musste so sein, weil die letzten zwei Jahre bei mir sehr depressiv waren. Jetzt ist das große Ziel, eine Platte zu schreiben, die mehr uplifting ist, die einen so ein bisschen motiviert. Die Texte werden zwar trotzdem wahrscheinlich sehr depressiv sein, weil noch ein paar Sachen in meinem Inneren geklärt werden müssen, aber dennoch wollen wir es schaffen, unserer Musik wieder mehr unseren Drive zu geben. Das ist unser Ziel. Aber wann da was kommt, keine Ahnung. Wir haben für nächstes Jahr auf jeden Fall schon ein paar Meilensteine, Rock am Ring und Rock im Park zum Beispiel, auf die wir hinarbeiten können. Zwischendrin werden wir versuchen, uns die Zeit zu nehmen, um neue Songs zu schreiben. Wir haben mega Bock.

Ihr wart jetzt für fünf Konzerte als Vorband von Poets Of The Fall in Großbritannien unterwegs. Wie war das?

Unfassbar gut. Vor allem sehr überraschend, weil wir in dem Land mit dem teilweise höchsten qualitativsten Musik-Export, den es so gibt auf der Welt, waren. Wir hatten natürlich die Hosen voll, als wir da rübergefahren sind, weil wir in deren Sprache singen, aber aus Deutschland sind. Natürlich wird uns keiner als Engländer aufnehmen und jeder wird unseren deutschen Akzent hören, aber die Leute dort hatten so krass offene Arme und waren so herzlich uns gegenüber, vor allem das Publikum, schon vom ersten Abend an. Wir hatten das Gefühl, hier geht gerade mehr Stimmung als das Wochenende davor, als wir in Österreich waren und dort zwei, drei Konzerte gespielt haben. Die Leute waren irgendwie von Sekunde 1 an völlig am Start. Das hat mich sehr berührt, weil man immer den Traum hat, mal in London, mal in Nottingham, mal in Manchester zu spielen und dann haben wir es einfach mal gemacht. Es war echt wunderschön.

Ist das ein Ziel von euch, internationaler zu werden? Ist da schon irgendwas in Planung?

Ja, wir haben auf jeden Fall das große Ziel, mit der Musik über die Grenzen hinauszugehen. Wir waren schon vereinzelt in ein paar Ländern, die echt spannend waren. Wir waren in Kasachstan, wir waren in Russland, in der Ukraine, wir waren in Polen, sind regelmäßig in Tschechien. Auch auf der Tour spielen wir in Prag, aber das ist uns noch zu wenig. Wir wollen noch mehr ins Ausland, wir wollen irgendwann mal über den Teich rüber, wir wollen auch mal in Amerika spielen. Das sind natürlich alles noch Träume, aber es ist total schön, dass man das noch haben kann. Wir kennen die A8 jetzt sehr gut, wir sind schon sehr viel herumgefahren in Deutschland. Aber jetzt mal die Grenzen ein bisschen auszuloten hat einfach eine wahnsinnige Anziehungskraft.

Reporterin Selina und Sänger Mario zum Interview in Köln

Du hast dir passend zum Start der „Kaos“-Tour einen Mantel mit Leoparden-Print angeschafft. Wie kam es dazu?

Ja, ich war in New York kurz bevor die Tour losging. Ich habe seit drei Jahren das erste Mal eine Woche Urlaub gemacht. Die letzten Jahre waren sehr, sehr intensiv und da habe ich mir eine Woche gegönnt und bin nach New York geflogen, habe eine Freundin besucht und mich da natürlich auch von der Mode und allem inspirieren lassen. Ich habe dort viele echt verrückte Menschen kennengelernt; Tänzer, Schauspieler, Fotographen, Filmer. Da ist einfach ein anderer Vibe und der hat mich dann irgendwann auf einen Markt geführt, wo dieser Mantel hing, der gesagt hat „Komm, nimm mich mit“. Und für 25 Euro dachte ich mir, komm, ich nehm ihn mit. (lacht)

Du trägst den Mantel auf der Bühne, aber trägst du ihn auch privat?

Ja, klar! (lacht) Als ich nach Hause kam, war ich an dem Abend gleich auf einer Party und es war so das typische Ding: Der Typ fährt eine Woche nach New York, kommt nach Hause und hat einen Leoparden-Mantel an. Aber so ist es halt. Ich lebe das Vorurteil eines New-York-Touristen.

Ihr seid jetzt wieder längere Zeit auf Tour. Was macht ihr, damit ihr euch nach einer Zeit nicht auf die Nerven geht?

Wir fahren diesmal mit zwei Autos, das ist eine Maßnahme. (lacht) Nein Quatsch, wir haben einfach zu viel Zeug dabei, deswegen mussten wir zwei Autos mitnehmen. Ich bin tatsächlich im kleinen Auto gelandet und fahre die ganze Zeit mit unserem Filmer und Mercher Paul durch’s Land. Aber wir gehen uns gar nicht auf den Sack. Wir verstehen uns wunderbar. Man glaubt gar nicht, wie viel man sich zu erzählen hat auf den vielen Kilometern. Klar geht man sich auch mal auf den Sack, das schaffen wir schon auch. Bei uns knallt’s auch mal, aber wir haben es auch gern, miteinander zu reden und uns auch beieinander zu entschuldigen, wenn man mal was Falsches macht. Ansonsten tut es auch gut, sich einfach hin und wieder zu verkriechen. Ich habe noch nebenbei einen Job, ich arbeite sehr viel am Laptop, mache mir dann die Kopfhörer rein und bin dann für zwei, drei Stunden in meinem Mail-Programm verschwunden. Oder ich habe viele Bücher dabei. Das hilft mir auch mal, kurz abzuschalten.

Wenn ihr so viele Konzerte spielt, ist es vielleicht auch so, dass man sich gar nicht so genau an die einzelnen Konzerte erinnern kann? Das alles eher verschwommen ist?

Nein, eigentlich können wir uns immer sehr gut daran erinnern. Es hängt immer ein bisschen vom Publikum ab. Wenn das Publikum bereit ist, den Abend besonders zu machen, dann vergisst man das auch nicht so schnell. Wir hatten jetzt echt gute Abende, waren in Frankfurt, in Stuttgart, Konstanz, Zürich und in Saarbrücken. In Zürich war jetzt zum Beispiel eins der kleineren Konzerte, aber die Leute hatten so Bock und es war so geil. Wir hatten noch nie so ein schönes Zürich-Konzert. Ich hoffe, dass man das nicht so schnell vergisst. Aber ich lebe auch sehr viel im Hier und Jetzt und in meiner Wohnung sind zum Beispiel auch keine Bilder von irgendwelchen Konzerten. Wenn wir hier sind, sind wir zu 100 Prozent hier im Moment und nehmen es voll und ganz auf. Ich schwelge nicht jeden Tag in Erinnerungen, wie man sich das vielleicht vorstellt nach einer Tour, dass man die ganze Zeit dasitzt und sich denk, „Oh, damals“. Wenn man nach Hause kommt, dann steht das Nächste an und dann macht man das. Das ist so meine Art. Eine völlig andere Antwort würde dir wahrscheinlich der Moritz geben. Der ist so einer, der unglaublich gerne mit seiner Festplatte mit alten Fotos Zuhause in der Küche sitzt und sich die durchguckt. Da kommt es immer darauf an, wen du jetzt gerade interviewst. Bei mir ist es so, ich versuche immer, das Hier und Jetzt auszukosten und bin froh, wenn ich das auf die Reihe kriege.

Für „Kaox“, einer Platte, die es nur in der Deluxe-Version zu kaufen gab, habt ihr mit ganz vielen anderen Künstlern zusammengearbeitet. Wie ist die Idee dazu entstanden?

Wir haben viele Musikfreunde oder viele Freunde in diesem Musik-Business kennengelernt. Es gibt viele Bands, die wir bewundern, die wir geil finden, mit denen wir gerne zusammenarbeiten würden. Einige Bands sind bekannter, manche sind nicht so bekannt. Wir wussten, dass wir auf dem Album selber kein Feature unterbringen werden. Wir konnten uns nicht auf eins einigen und dafür ist das Album auch viel zu persönlich. Aber trotzdem hatten wir den Wunsch, mit Leuten zusammenzuarbeiten. Deswegen haben wir gesagt, lass uns das ganze Album nochmal machen, nur mit Features. Ich habe auch ein paar von den Sängern bei mir in der WG selber aufgenommen und das war total lustig. Eine tolle Erfahrung.

Für das „Orchestral Kaos“ habt ihr mit einem Orchester und einem Chor zusammengearbeitet. Wir war das so?

Super abgefahren, weil wir mit so richtig studierten Musikern zusammengearbeitet haben, die allesamt unsere Musik vom Blatt gespielt haben. Wir haben mit dem VKKO-Orchester einen totalen Glücksgriff gemacht. Die waren sehr cool und verständnisvoll zu uns. Wir sind ja auch keine studierten Musiker. Keiner von uns spielt Musik vom Blatt, keiner von uns kann vom Blatt singen. Wir sind größtenteils Autodidakten, die sich das selbst beigebracht haben und irgendwie versuchen, ihre Lieder zu singen. Das beflügelt total, mit solchen Leuten zusammenzuarbeiten. Das kann ich nur jedem Musiker mal empfehlen, weil das eine ganz andere Art und Weise ist, Musik zu empfinden.

Dann habt ihr auch noch die Split-EP mit Heisskalt herausgebracht. Wie kam das zustande?

Ohja, wir haben viel gemacht dieses Jahr. Die Split-EP mit Heisskalt. Gott sei Dank haben wir die noch gemacht, bevor sie in die Pause gegangen sind. Heisskalt haben uns 2014 auf ihre „Vom Stehen und Fallen“-Tour mitgenommen und uns dadurch sehr viel ermöglicht. Ich weiß gar nicht, ob es den Jungs so bewusst ist, aber das hat damals einen sehr großen Startschuss für uns bedeutet. Wir haben, nachdem wir mit Heisskalt unterwegs waren, unsere ersten eigenen Konzerte gespielt, die wirklich gut besucht waren. Wir sind uns ganz bewusst, dass das da herkommt, dass wir denen sehr, sehr viel zu verdanken haben. Jetzt haben wir die Möglichkeit bekommen, im Zuge der Plattenladen-Woche über unser eigenes Label eine Split-EP herauszubringen. Wir wussten, dass Heisskalt gerade kein Label haben und dass es mit ihnen easy ist, sowas auf die Beine zu stellen. Außerdem wollten wir unbedingt nochmal was mit ihnen machen, nachdem wir 2014 das Feature zusammen aufgenommen haben. Wir haben uns zwar immer mal wieder auf Festivals getroffen, aber schon lange kein Projekt mehr zusammen gemacht und da hat sich das gut angeboten. Ich finde es total schön, dass es das jetzt noch gibt, bevor sie in die Pause gehen, weil wir jetzt auch so ein kleines Stück von der Band mit uns auf Tour haben, weil wir die  Platte hier auch am Merch verkaufen. Es ist immer schön sie wiederzusehen und was mit ihnen zu machen.

 

Das Interview führte Selina Jüngling

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